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Ajax Funkprotokolle: Jeweller, Superior Jeweller, Wings und Fibra im Überblick

Jeweller, Superior Jeweller, Wings, Fibra – wer das erste Mal mit Ajax arbeitet, stolpert schnell über die verschiedenen Protokollnamen. Welches Funkprotokoll gehört zu welchem Hub, was bringt die Grad-3-Zertifizierung und wann macht eigentlich die verkabelte Fibra-Linie Sinn? Wir erklären es kompakt.

Jeweller – das Funkprotokoll hinter jedem Ajax-Gerät

Jeweller ist das Basis-Funkprotokoll, auf dem das gesamte kabellose Ajax-Portfolio aufbaut. Es arbeitet bidirektional und verschlüsselt, jedes Ereignis wird quittiert und nicht zugestellte Nachrichten werden automatisch wiederholt. Die theoretische Maximalreichweite zwischen Hub und Gerät liegt bei bis zu 2.000 Metern in offener Umgebung. Die tatsächlich nutzbare Reichweite hängt vom jeweiligen Gerät und der baulichen Situation ab und findet sich im Datenblatt jedes Melders.

Superior Jeweller – Grad 3 zum ersten Mal per Funk

Mit der G3-Produktlinie hat Ajax das erste nach EN 50131 Grad 3 zertifizierte Funk-Alarmsystem auf den Markt gebracht. Technische Basis ist das weiterentwickelte Superior Jeweller. Es bietet eine theoretische Reichweite von bis zu 3.500 Metern und erweitert die Verschlüsselung sowie die Resilienz gegen Sabotage und Störsender auf das Niveau, das Grad 3 verlangt.

Superior Jeweller wird aktuell von drei Zentralen unterstützt:

  • Hub G3 – die kompakte Grad-3-Zentrale
  • MegaHub – für große Liegenschaften mit sehr hoher Geräteanzahl
  • Hub Hybrid 2 – Hybrid-Zentrale für Funk- und Fibra-Geräte

Wichtig für die Abgrenzung im Gespräch: Die Produktlinie „Ajax Superior" ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Superior Jeweller. Nur die genannten G3-Zentralen kommunizieren tatsächlich über das neue Protokoll – die übrigen Ajax-Hubs bleiben beim klassischen Jeweller.

Wings und TurboWings – der breite Kanal für Bilder und Daten

Wings ist kein eigenständiges Kommunikationsprotokoll, sondern ein ergänzender Datenkanal, der parallel zu Jeweller läuft. Er wird überall dort genutzt, wo größere Datenmengen übertragen werden müssen: Alarmbilder von MotionCam-Bewegungsmeldern, Umweltdaten von LifeQuality, grafische Inhalte auf Keypad TouchScreen. Die schnellere Variante TurboWings steckt in neueren Ajax-Geräten und verkürzt die Bildübertragung deutlich — Wings überträgt Alarmbilder in rund 9 Sekunden, TurboWings schafft dasselbe in ca. 3,5 Sekunden. Bei einer Alarmverifikation, bei der jede Sekunde zählt, ist das ein relevanter Unterschied.

Fibra – Jeweller auf der Leitung

Nicht jedes Objekt eignet sich für eine reine Funklösung: Betondecken, weitläufige Hallen, Tiefgaragen oder Bestandsverkabelung sprechen oft für eine drahtgebundene Linie. Genau dafür gibt es Ajax Fibra.

Fibra ist im Grunde Jeweller und Wings vereint auf einer vieradrigen Leitung — zwei Adern für die Stromversorgung der Geräte, zwei Adern für die Kommunikation — mit allen Vorteilen beider Protokolle, aber kabelgebunden: bidirektionale verschlüsselte Kommunikation, Bilddatenübertragung, automatische Quittierung und Wiederholung nicht zugestellter Nachrichten. Dazu kommt eine außergewöhnlich hohe Energieeffizienz, da die Geräte über die Linie mit Strom versorgt werden und keine eigene Batterie benötigen. Die Übertragung ist schnell und stabil, die maximale Linienlänge beträgt rund 2.000 Meter — auch bei langen Strecken in Industrieobjekten, Parkhäusern oder Liegenschaften mit mehreren Gebäuden.

Funk und Fibra schließen sich nicht aus: Der Hub Hybrid 2 erlaubt den gemischten Betrieb und ist damit häufig die passende Wahl, wenn in einem Gebäudeteil gebohrt werden darf und in einem anderen nicht.

Welche Zentrale passt zu welchem Protokoll?

  • Reine Funk-Installation, Grad 2: Hub 2 Plus oder Hub 2 (Jeweller + Wings)
  • Grad 3 erforderlich, kompakte Installation: Hub G3 (Superior Jeweller + TurboWings)
  • Großprojekt mit vielen Geräten: MegaHub (Superior Jeweller + TurboWings)
  • Funk und Kabel kombiniert: Hub Hybrid 2 (Superior Jeweller + TurboWings + Fibra)

Praxis-Tipp: Reichweiten nicht pauschalisieren

Die oft zitierten 2.000 beziehungsweise 3.500 Meter sind Hub-zu-Gerät-Angaben unter Idealbedingungen – also freies Gelände, keine Wände, keine Störquellen. In realen Objekten – Stahlbetonwände, Stahlträger, benachbarte Funksysteme – liegen die nutzbaren Reichweiten deutlich darunter.

Für eine erste Näherung bietet Ajax einen kostenlosen Reichweiten-Rechner, der Baumaterialien und Hindernisse mit einbezieht. Die zuverlässigste Methode bleibt aber die Reichweitenmessung im konkreten Objekt mit den tatsächlich geplanten Geräten – alles andere ist eine Schätzung. Jedes Ajax-Gerät hat zusätzlich eine eigene Reichweitenangabe im Datenblatt; diese sollte bei Planung und Angebot als Grundlage dienen, nicht der theoretische Hub-Wert.

Fragen zur Auswahl?

Als größter Ajax-Distributor im DACH-Raum beraten wir Fachbetriebe täglich bei der Geräte- und Zentralenauswahl – von der kleinen Einfamilienhaus-Installation bis zur mehrschichtigen Grad-3-Liegenschaft. Unser Vertriebs- und Technikteam erreicht man per Telefon, E-Mail oder über das Kundenportal. Wer die passende Zentrale oder Meldertechnik direkt konfigurieren möchte, findet alle aktuellen Ajax-Produkte in unserem Shop unter secplan.de/ajax.